Klingenthal - Historisch gewachsener Standort
Seine Entstehung vor ca. 500 Jahren verdankt Klingenthal dem Erzreichtum der oberen Lagen des Erzgebirges und des Vogtlandes. Das Gebiet um den Aschberg wurde dabei ob seiner unwirtlichen Wälder verhältnismäßig spät besiedelt. Der Waldreichtum war es aber auch, der dann die Besiedlung voran trieb, wurde doch mit Holzkohle das Metall aus den Erze geschmolzen und weiter verarbeitet. Hilfreich waren dabei auch die gefällestarken Gebirgsbäche, wie die ersten urkundlichen Erwähnung von Eisenhämmern, Erzgruben, Hochöfen und Frischhütten berichten. Noch heute zeugen zahlreiche Pingen von dieser frühen Form des Bergbaus.
Bedingt durch den Dreißigjährigen Krieg mußten die Protestanten durch die Reformationspatente 1624 und 1627 das benachbarte Böhmen verlassen. Diese Exulanten brachten den Musikinstrumentenbau, vorerst den Geigenbau, in das Tal an der Zwota. Waren dies am Anfang nur wenige, so ernährte der Musikinstrumentenbau, nicht zuletzt durch die sinkenden Erträge aus Bergbau und Hüttenwesen, zunehmend mehr Einwohner: als Bogen-und Saitenmacher, Holzblasinstrumentenbauer (damals Pfeiffenmacher genannt) und Blechblasinstrumentenmacher. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann die Herstellungvon Akkordeons, Hand- und Mundharmonikas hinzu. In der Produktion dieser Instrumente erlangte der Name Klingenthal Bekanntheit in aller Welt.
Darüber hinaus machte sich Klingenthal, nicht zuletzt aufgrund der Erfolge seiner Sportler, als Wintersportidylle einen Namen. In manchen Jahren wurden Sonderzüge aus Leipzig, Zwickau und Chemnitz eingesetzt, um Skifahrer in die Winterlandschaft zu befördern. Sehr schnell etablierte sich der Leistungssport im Klingenthaler Raum und auch der Volkssport fand hervorragende Bedingungen vor. Veranstaltungen wie Weltcupspringen, Damenskirennen, DDR-Meisterschaften und der Kammlauf zogen zum Teil mehrere Zehntausend Zuschauer und Teilnehmer an.
Mit der deutschen Einheit brach die Massenproduktion von Musikinstrumenten fast vollständig zusammen. Derzeit profiliert sich die Herstellung zum einen in der Entwicklung hochwertiger Solisteninstrumenten als auch Schülerinstrumente in höheren Stückzahlen. Der Wintersport findet auch wieder den Weg in die Weltspitze. Nachdem Abriß der Aschbergschanze und den Schwierigkeiten, sich in einem festgefügten bundesdeutschen Sportveranstaltungskalender zu etablieren, ist Klingenthal auf dem Weg, die Weltgeltung zurück zu erlangen.
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