Jahresrückblick 2012

Das Jahr 2012 ist Geschichte. Trotz allen Untergangstheorien dreht sich unsere Erde weiter und wir wären selbstverständlich auch anlässlich des Weltunterganges oder der Landung der Außerirdischen ausgerückt. Als Feuerwehr sind wir nun mal "Mädchen für alles". Das zeigt auch unsere Einsatzstatistik des letzten Jahres. Insgesamt hatten wir 70 Einsätze zu verzeichnen. Glücklicherweise gab es in Klingenthal nur 3 Brände, die keinen größeren Schaden anrichteten. Betroffen davon war diesmal auch die Feuerwehr selbst. Das traditionelle Höhenfeuer der Wache 1 auf der Richard-Wagner-Höhe wurde von „Spaßvögeln“ bereits am frühen Morgen des 30. April abgefackelt. Dummheit kennt eben keine Grenzen.
Zu und 5 Türöffnungen. Das Wetter meinte es diesmal gut mit uns. Wir hatten auffallend wenige Sturmschäden. Auch von Auswirkungen des Starkregens blieben wir verschont. Als im Dezember der starke Schneefall einsetzte und viele Feuerwehren reichlich damit zu tun hatten, blieb es bei uns weitgehend ruhig.
Bei den Fehlalarmierungen gab es mit 17 Einsätzen einen deutlichen Anstieg. Allein 13 Mal wurden wir zu einlaufenden Brandmeldeanlagen gerufen. Ursachen dafür sind neben technischen Problemen in den Anlagen häufig auch menschliches Fehlverhalten. Die Praxis zeigt aber, dass derartige Alarme trotzdem ernst genommen werden müssen. Als wir im März zu einem entsprechenden Einsatz fuhren, kam während der Fahrt nicht die gewohnte Entwarnung. Ein Fernseher hatte in einem Zimmer gebrannt und nur der Brandmeldeanlage war es zu danken, dass Personenschaden verhindert, der Brand rechtzeitig entdeckt und noch vor Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden konnte.
Ein breites Spektrum bilden die sonstigen Einsätze. Von der Absicherung in der Vogtlandarena bis hin zum Aufhängen von Fahnen und Transparenten oder der Umzugshilfe im Kindergarten, die Feuerwehr ist mit 18 Einsätzen vertreten.
Überörtlich, also außerhalb des Gemeindegebietes, wurden wir zu 8 Einsätzen gerufen. Der wohl spektakulärste dabei war der Brand auf dem ASIA-Markt im früheren Markhausen. Allen beteiligten Kameraden wird dieser Einsatz wohl immer im Gedächtnis bleiben.
Dank unserer Jugendwarte haben wir eine gut funktionierende Jugendfeuerwehr. Den Kindern und Jugendlichen wird eine sinnvolle Freizeitgestaltung geboten und sie dient der Nachwuchsgewinnung. Allein über die Jugendfeuerwehr neue Mitglieder zu gewinnen reicht aber nicht aus. Mit Beginn der Lehre verlieren wir viele junge Leute, die ihr Glück in der Ferne suchen oder suchen müssen. Ein Zustand der nicht befriedigt.
Angehörige unserer Feuerwehr besuchten im vergangenen Jahr die italienische Partnerstadt und unsere Jugendfeuerwehr fuhr nach Neuenrade. Mit den Feuerwehren in Kraslice/Graslitz verbindet uns eine enge Zusammenarbeit.
Über viele Dinge wird auf unserer Homepage berichtet, so dass sich sowohl unsere Kameradinnen und Kameraden als auch interessierte Bürger über unsere Aktivitäten informieren können. Die Einsatzstatistik vermittelt ein aktuelles Bild über das Einsatzgeschehen, ohne auf Effekthascherei oder Sensationslust zu setzen. Den Kameraden, die sich darum kümmern, herzlichen Dank. Die Homepage ist aber nur so gut, wie wir in der Lage sind, sie aktuell und abwechslungsreich zu gestalten. Hier gibt es noch Reserven. Wir tun sehr viel, bringen das aber zu wenig in die Öffentlichkeit.
Sorgen bereitet uns nach wie vor der Fahrzeugbestand. Die Inbetriebnahme eines gebrauchten Löschfahrzeuges in der Wache 3 kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr in den nächsten Jahren finanzielle Mittel bereitgestellt werden müssen. Es ist dem Engagement der Kameraden zu danken, dass mitunter durch mühsame Kleinarbeit manche Fahrzeuge überhaupt noch eingesetzt werden können.
Trotz aller finanziellen Probleme sind wir als Feuerwehr gut aufgestellt. Wir brauchen den Vergleich mit anderen Feuerwehren nicht zu scheuen. Die persönliche Schutzausrüstung ist für uns kein Thema, der Atemschutz ist sowohl technisch als auch organisatorisch auf einem guten Stand, die Geräteprüfungen sind organisiert, die zusätzliche Handyalarmierung ist gesichert. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Vieles funktioniert nur, weil es Kameraden gibt, die sich über das übliche Maß hinaus in ihrer Freizeit engagieren.

Für viele Feuerwehren bildet die Absicherung der Tageseinsatzbereitschaft ein Riesenproblem. Bereits seit zehn Jahren arbeiten wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung daran, geeignete Angehörige der örtlichen Feuerwehr in städtischen Einrichtungen zu beschäftigen. Im vergangenen Jahr konnten wieder zwei Kameraden als Hausmeister in kommunalen Kindertagesstätten eingestellt werden. Damit sind mittlerweile 8 Kameraden bei der Stadt angestellt. Gemeinsam mit in Klingenthaler Unternehmen Beschäftigten und Selbstständigen bilden sie das Rückgrat der Tageseinsatzbereitschaft. So mancher versteht nicht, warum unbedingt Feuerwehrangehörige eingestellt werden müssen. Der abwehrende Brandschutz ist Pflichtaufgabe der Gemeinde. Dazu ist eine unabhängig von der Tageszeit einsatzbereite örtliche Feuerwehr erforderlich. Gibt es mit der Einsatzbereitschaft Probleme ist die Gemeinde in der Pflicht, diese zu lösen. Notfalls müssen Personen zum Feuerwehrdienst verpflichtet werden. Die Ersten, die davon betroffen wären, sind gemeindliche Bedienstete. Es macht also durchaus Sinn, von vornherein ausgebildete Feuerwehrangehörige in städtischen Einrichtungen zu beschäftigen.

Das Jahr 2013 wird uns wieder vor Herausforderungen stellen. Der FIS-Weltcup in der Vogtlandarena steht eigentlich schon vor der Tür. Nach einjähriger Pause gibt es wieder eine Eröffnungsparty auf dem Marktplatz. Beides geht nicht ohne Feuerwehr. Die Wache 1 und die Wache 3 feiern in diesem Jahr gemeinsam ihre 140jährigen Gründungsjubiläen. Dazu sind im Juni entsprechende Veranstaltungen geplant. Bis dahin sollen auch alle Feuerwehrangehörigen mit neuen Dienstuniformen ausgerüstet sein. Die anstehende Umrüstung auf Digitalfunk bleibt ungewiss.
Viele Fragen gibt es zur Gemeindefusion zwischen Klingenthal und Zwota. Es wäre unrealistisch anzunehmen, dass die Problematik Feuerwehr bei den jetzt anstehenden Aufgaben oberste Priorität hätte. Der neue Stadtrat muss sich finden, Ausschüsse sind zu bilden und zu besetzen, die Bürgermeisterwahl ist zu organisieren und durchzuführen. Viele Dinge sind zu bedenken und umzusetzen.

Wir werden in den nächsten Monaten mit den Kameraden aus Zwota über die weitere Vorgehensweise diskutieren, aber solange es keine neue Feuerwehrsatzung gibt, bleiben die jetzigen Strukturen erhalten.

Abschließend möchte ich mich bei allen Kameradinnen und Kameraden für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit bedanken. Ohne Unterstützung durch die Ehe- oder Lebenspartner wäre dies nicht möglich, da häufig familiäre Dinge in den Hintergrund treten müssen. Bedanken möchte ich mich auch bei allen die dazu beitragen haben, dass wir die im vergangenen Jahr an uns gestellten Aufgaben in gewohnter Qualität erfüllen konnten.

Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam auch die anstehenden Aufgaben des neuen Jahres bewältigen werden.


Gemeindewehrleiter
Roland Jung

 

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