170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal
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© Stadt Klingenthal

170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal

Im Jahr 2022 begeht die Musikstadt Klingenthal das Jubiläum 170 Jahre Akkordeonbau. –1852 soll Tischler Adolph Eduard Herold das Wissen um den Bau dieser Instrumente nach Obersachsenberg gebracht haben. Da die väterliche Firma bereits Mundharmonikas produzierte, lag eine Erweiterung des Sortiments mit dem eng verwandten Akkordeon nahe. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden dutzende kleinere und größere Manufakturen und machten das klingende Tal zu einem Weltzentrum des Akkordeonbaus. Bis in die Gegenwart tragen Akkordeons, Deutsche und Wiener Harmonikas, Bandoneons und Konzertinas den Ruf der Musikstadt in alle Welt.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Konzerten, Sonderausstellung und Publikationen anlässlich des Jubiläums. XB
 
Broschüre zum Jubiläum
Broschüre zum Jubiläum „170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal“
© AL

Broschüre zum Jubiläum

2022 feiert Klingenthal ein besonderes Jubiläum, das korrekterweise »170 Jahre Handzuginstrumentenbau« heißen müsste. Die den Zungeninstrumenten zugehörigen Handzuginstrumente umfassen Konzertinas, Bandoneons und Akkordeons sowie alle sonstigen Sorten von »Ziehharmonikas«. Die Autorin Xenia Brunner wirft in diesem Themenheft anlässlich des Jubiläumsjahres einen Blick auf diese Branche in der Musikstadt Klingenthal. Das Heft ist in der Touristinformation und dem Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal, im Harmonikamuseum Zwota sowie in vielen weiteren Verkaufsstellen erhältlich.

Inhalt des Themenheftes „170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal – 1852–2022“
  • Grußwort des Oberbürgermeisters
  • Vorwort der Autorin
  • Geschichte in Zahlen
  • Cyrill Demian war nicht der Einzige und Erste
  • Ein Patentstreit mit Folgen
  • Königlicher Standard
  • Die Musikstadt lebt! – Weltmeister, Bandonion & Concertinafabrik, UH Bandoneons und Royal Standard
  • Luftdichte Qualität – die Firma Moritz Grimm
  • Termine zum Jubiläum
  • I like it! – C.A. Seydel Mundharmonikamanufaktur zum 175-jährigen Bestehen

Themenheft „170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal“, 40 Seiten, farbig, geheftet, Format DIN A5. Erschienen 2022 in der Reihe Aschberger Land – Klingenthal Magazin, Ausgabe Nr. 96, ISSN 1437-336X
 
Festkonzert zum Jubiläum
Theresa Schlosser und Samuel Horn an der ersten Stimme im Akkordeonorchester Klingenthal
© Th. Lenk

Festkonzert zum Jubiläum

08.10.2022. Mit dem Festkonzert zum Jubiläum „170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal“ wird im Jubiläumsjahr noch ein Glanzpunkt in der Musikstadt gesetzt. Am Abend des 8. Oktober spielt in der Aula am Amtsberg das Akkordeonorchester Klingenthal unter der Leitung von Richard Wunderlich und Solisten. Beginn ist 19 Uhr. Der Eintritt ist frei!
 
Sonderausstellung – Tradition & Vision
Bandoneon aus Klingenthaler Produktion
© Archiv Bandonion & Concertinafabrik

Sonderausstellung – Tradition & Vision

Die Sonderausstellung zum Jubiläum „170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal“

Mindestens seit 1852 sollen in Klingenthal Handzuginstrumente gebaut worden sein. Deshalb feiert die Musikstadt in diesem Jahr das Jubiläum „170 Jahre Akkordeons aus Klingenthal“.

> PLAKAT ZUR AUSSTELLUNG


Das Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal zeigt anlässlich des Jubiläums eine Sonderausstellung, welche neben dem obligatorischen Blick in die Vergangenheit auch zeigt, mit welchen Ideen die ortsansässigen Hersteller Tradition und Vision verbinden und damit auch Gegenwart und Zukunft des Handzuginstrumentenbaus aktiv mitgestalten.

Zwar wurde das Akkordeon nicht direkt in Klingenthal erfunden, doch hatten die ortsansässigen Instrumentenmacher maßgeblichen Anteil an der Weiterentwicklung der unterschiedlichen Varianten der Handzuginstrumente.

Chronist und Pfarrer Carl August Wolf vermerkte im Jahr 1853: „Das im Laufe des vorigen Jahres aufgekommene Fabriciren von Accordions oder Zieh-Harmonica’s gelangte in diesem schnell in Flor…“

Schon 1860 berichtete der Vogtländische Anzeiger, Akkordeons seien ein „überseeischer Handelsartikel, deren Ausfuhr sich namentlich nach England, Amerika und Australien erstreckt“. Die Jährliche Stückzahl betrage 218.400 Stück. Damals bestand der überwiegende Teil aus Konzertinas. Der Begriff des „Accordion“, welchen auch Chronist Wolf verwendete, geht auf die Patentanmeldung des Cyrill Demian und seiner Söhne Karl und Guido Demian, Orgel und Claviermacher in Wien zurück. Am 23. Mai 1829 wurde diesen „auf Erfindung eines neuen Instruments „Accordion“ genannt“ ein Patent zugesprochen. 1831 auf weitere drei Jahre verlängert, erlosch es am 24. Mai 1834.

Cyrill Demian kann nicht als einziger Erfinder eines Handzuginstruments gelten, doch wurde er durch die formelle Patentanmeldung zum Namensgeber.  Andere mindestens genauso bedeutsame Wegweiter dieser Instrumentengattung wie etwa der Thüringer Christian Friedrich Buschmann taten dies nicht und bleiben deshalb bis heute in der Öffentlichkeitswirkung hinter Demians „Accordion“ zurück.  Seinen Erfolg verdankt das Instrument seiner Variantenvielfalt: Noch im 19. Jahrhundert eroberte es in der Form einer Wiener Harmonika mit der Schrammelmusik kleine Gastwirtschaften, irische Soldaten spielten Deutsche Harmonikas in den Schützengräben des 1. Weltkriegs, mit der Konzertina in den Händen konnten Textilarbeiter im Raum Chemnitz ihren harten Arbeitsalltag vergessen und ganz Argentinien tanzte um 1920 seinen Tango nach den Klängen des Bandoneons. Während in den 1950er Jahren Shanty-Chöre in Begleitung eines Pianoakkordeons ihr Publikum zum Schunkeln brachten, begann das chromatische Akkordeon mit all seinen Klangfarben auch als Konzertinstrument die großen Bühnen dieser Welt zu erobern.

Von dieser großartigen Geschichte erzählt die Sonderausstellung im Musik- und Wintersportmuseum und das Beste daran: Noch heute wird die Vielfalt der Handzuginstrumente in qualitätsvollen Manufakturen gefertigt, auch diese Glanzstücke der Gegenwart werden in er Sonderausstellung gezeigt. (XB)

Das Begleitheft zum Jubiläum erscheint am 1. April 2022 in der Reihe „Aschberger Land – Klingenthal Magazin“, Ausgabe Nr. 96, ISSN 1437-336X.

 
 
 

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